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Dschungel in Nepal

Nashörner und Riesenspinnen: Der Chitwan Nationalpark

Was für ein Kontrast: Nach sieben ebenso anstrengenden wie wunderschönen Tagen in den Bergen mit nächtlichem Frost und schneebedeckten Gipfeln schaukelt uns ein vergleichsweise komfortabler Bus bei 35 Grad von Kathmandu zum Chitwan Nationalpark südlich des Himalaya-Massivs. Rund fünf Stunden dauert die Fahrt, und aussteigen dürfen wir nicht etwa direkt im Park, sondern irgendwo im Nirgendwo. Gleich mehrere Taxifahrer eilen herbei (so ein Zufall!) und bieten bereitwillig ihre Dienste an. Nichts da – wir laufen! Hinter den staubigen Feldern liegt auch schon unsere Unterkunft, eine malerische Ansammlung geräumiger Bungalows. Nach dem Abstellen der Rucksäcke geht es auch schon in die Wildnis.

Zwei Guides holen uns per Jeep im Hotel ab und fahren mit uns ans Ufer des Rapti River, wo auch schon unser Boot wartet. Es wurde aus einem einzigen Baumstamm gefertigt und wird sanft durch einen der Guides gesteuert, der immer wieder mit einem langen Stab in den schlammigen Grund sticht. Wir fühlen uns wie in einer venezianischen Gondel – nur eben mitten im Dschungel. Zum Glück kentern wir mit dem schmalen Einbaum nicht, denn am Ufer dösen mittelgroße Krokodile in der Nachmittagssonne.

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Als wir nach einer knappen Stunde anlegen und aussteigen, ist uns mulmig zumute. Wollen uns die beiden Guides etwa mit ihren Bambusstöcken vor Nashörnern und Bären beschützen? Nachdem wir allerdings das erste Nashorn von einem Ausguck aus gesichtet haben, ist die Angst verflogen. Gemächlich kauend streift der graue Koloss durch die trockene Ebene und verschwindet hinter der nächsten Erhebung. Wenig später flitzt ein Rudel Wildschweine an uns vorüber – zu schnell, um die Tiere mit der Kamera einzufangen.

Bevor es dunkel wird, treffen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tour ein und lassen den Abend in einer Bar am Ufer ausklingen. Während wir frischen Wassermelonensaft schlürfen, geht die Sonne allmählich am Horizont unter. Ein guter Moment, um auf unsere Weltreise anzustoßen. Es könnte uns wirklich schlechter gehen.

In der Nacht mache ich in unserem Bungalow eine tierische Begegnung der ganz anderen Art. Beim Gang ins Badezimmer leuchte ich meinen Weg mit der Taschenlampe, als der Lichtkegel an der Wand von zwei stahlblauen Augen reflektiert wird. Eine handtellergroße Spinne ist offensichtlich unser Mitbewohner. Gott sei Dank schlafen wir unter Moskitonetzen!

Am nächsten Morgen steht für uns schon bei Anbruch des Tages ein Elefantenritt an. Von der kommenden Hitze des Tages ist noch nichts zu spüren, als wir mit zwei weiteren Reisenden den Rücken eines Dickhäuters besteigen. Wir sitzen auf einer kleinen Plattform mit Geländer, sodass der schaukelnde Gang des Elefanten uns nicht abwerfen kann. Das Rot der Morgendämmerung taucht die Landschaft mitsamt den Elefanten in ein unwirkliches Licht, und als wir dann noch den Fluss durchwaten müssen, klopfen unsere Herzen vor Aufregung und Freude.
Plötzlich hallt ein lauter Ruf durch die Landschaft: „Rhino! Rhino!“ Einer der Elefantenführer hat eine Nashornmutter mit ihrem Jungen entdeckt, und das wollen wir natürlich auch sehen. Auf dem Rücken des Dickhäuters sind wir sicher, praktisch unsichtbar für andere Tiere, und so können wir einen Blick auf das kleine Nashorn erhaschen, bevor es sich im dichten Gebüsch verkriecht.

Am gleichen Tag heißt es schon wieder Abschied nehmen. Der Besuch im Chitwan Nationalpark hinterlässt uns begeistert und zugleich überrascht. Nepal ist mehr als bloß der Himalaya. In den niedrigen Lagen ist der Sommer heiß und trocken, Landschaft und Tierwelt erinnern mancherorts an Afrika. Besonders wenn nachts die Geräuschkulisse aus Zirpen, Brüllen und Rascheln besteht. Wir lassen das vielseitige Nepal nun hinter uns und reisen weiter in Richtung Myanmar.

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