Cebu Fort San Pedro

Haupstadt Manila und Cebu-Island

Der Empfang auf den Philippinen ist herzlich. Auf dem Flug in die Hauptstadt Manila lernen wir eine nette Philippinin kennen, wir sind uns auf Anhieb sympathisch. Sie wird von ihrem Freund am Flughafen abgeholt. Die Beiden bieten spontan an, uns mit in die Stadt zu nehmen. Daraus ergibt sich ohne Zögern eine kostenfreie Stadtrundfahrt durch Manila – ein gemeinsames Frühstück mit Freunden und hilfreiche Tipps gehören auch dazu. Wir befolgen ihren Rat, das historische Fort Santiago zu besuchen. Schnell informieren wir uns noch über die geschichtlichen Hintergründe dieser Festung und nutzen unseren Zwischenstopp in Manila zum Besuch dieser geschichtsträchtigen Verteidigungsanlage.

Cebu Jeepney Bus

Was uns sofort auffällt und begeistert sind die Jeepneys, die überall auf den Philippinen herumfahren. Diese individuell und teils aufwendig bemalten Kleinbusse sind ein sehr landestypisches Transportmittel. Sie werden sozusagen als Sammeltaxis eingesetzt. Auf ein und derselben Strecke, aber ohne Haltestellen und ohne Fahrpläne – so wie wir sie kennen. Entsprechend skeptisch sind wir. Ganz leicht ist es nicht, den richtigen Jeepney für das auserkorene Ziel zu erwischen, aber mit etwas Unterstützung schaffen wir es dann doch, unser eigenes Jeepney-Erlebnis zu haben. Ein echtes Abenteuer. Denn voll besetzte Jeepneys gibt es praktisch nicht, in den Kleinbussen findet sich immer noch Platz für weitere Fahrgäste, notfalls auch auf dem Dach neben den Gepäckstücken.

Von Manila aus fliegen wir nach Cebu Island – mittenrein in die Inselgruppe. Hier ist zunächst noch mal ein bisschen Sightseeing angesagt, bevor wir ganz und gar in die Natur eintauchen. Wir schlendern durch Cebu City, die älteste Stadt der Philippinen, und kommen am Fort San Pedro vorbei. Diese Festung aus dem 16. Jahrhundert zählt zu den ältesten philippinischen Kolonialbauten. Doch bevor wir einen Blick hineinwerfen können, halten uns drei Japaner am Eingang auf. Sie schießen gerade fleißig Selfies von sich vor der Festung und ehe wir uns versehen, umzingeln uns die Jungs und bitten um ein gemeinsames Foto. Ein Prozedere, das wir mittlerweile schon gut kennen aus Asien. Wir stimmen zu und fühlen uns mal wieder wie kleine Stars auf großer Reise. Im Fort San Pedro, einem Museum für Artefakte aus spanischer Kolonialzeit, bestaunen wir gut erhaltene Dokumente, Münzen, Malereien und Skulpturen.

Manila Fort Santiago
Oslob Drinktüte

Zeit für Natur und Einsamkeit. Unser eigentliches Ziel auf Cebu Island ist Oslob im Südosten der Insel. Dort angekommen machen wir eine völlig neue Erfahrung: Wir sind tatsächlich während unserer Reise zum ersten Mal an einem Ort gelandet, in dem wir kein Geld von einem Geldautomaten abheben können. In Oslob stehe ich hilflos vor dem einzigen Automaten weit und breit, das Ding will einfach kein Geld ausspucken. Ein freundlicher Bankmitarbeiter spricht mich an: „Tut uns leid, kein internationaler Geldtransfer.“ Und jetzt? Zum Glück haben wir aus unserer Zeit in Kambodscha noch ein paar US-Dollar übrig, die wir in einer Wechselstube in Landeswährung tauschen können. Das sollte erst mal reichen…

Auf den Schrecken brauchen wir erstmal eine Abkühlung. In einem Supermarkt – ich nenne das mal so, obwohl der Laden mit einer gefühlten Innentemperatur von 45 Grad Celsius eher einer Scheune ähnelt, suchen wir uns ein kaltes Getränk aus. Die Verkäuferin fragt uns: „Zum hier trinken oder zum Mitnehmen?“ Wir wundern uns ein bisschen, antworten dann: „Natürlich zum Mitnehmen“. Das Ergebnis wundert uns noch mehr: Wir bekommen unser Getränk in einer Plastiktüte inklusive Strohhalm. Fremde Länder, fremde Sitten und so….

Trotzdem sind wir genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Wir lernen Rey, einen Jungen aus dem Dorf kennen. Er erzählt uns von einem großen Festival in Oslob. Höhepunkt der farbenprächtigen Parade ist ein Tanzwettbewerb, bei dem mehrere Gruppen aus der Region gegeneinander antreten. Wir sind sofort Feuer und Flamme. Zumal Rey in einer Tanzgruppe dabei ist. Wir feuern ihn und seine Gruppe gerne an. Touristen verirren sich anscheinend nicht so häufig auf dieses Festival, entsprechend begeistert sind die Jungs und Mädchen von unserer Unterstützung. Und tatsächlich: Rey und seine Leute gewinnen den Wettbewerb. Die Freude ist riesengroß, gemeinsam feiern wir ausgelassen den Erfolg.

Oslob Festival Parade
Oslob Sonnenaufgang

Als ich morgens in unserem Beach Bungalow aufwache, liege ich alleine im Bett. Die Uhr zeigt 5.30 Uhr, draußen wird es gerade hell. Beim Blick aus dem Fenster entdecke ich Steffi, sie hat sich heimlich davon geschlichen. Noch etwas verschlafen schlurfe ich nach draußen und setze mich zu ihr. Gemeinsam bestaunen und genießen wir einen der großartigsten und farbenprächtigsten Sonnenaufgänge, die wir je gesehen haben. Showtime direkt vor der Haustür. Einfach unvergesslich!

Etwas später beobachten wir – wie jeden Morgen - von der Terrasse aus ein paar Jungs, die freudig jubelnd umherspringen und mit großem Spaß ins Meer rennen und wild rumtoben. Das scheint ein tägliches Ritual zu sein, bevor sie sich zur Schule aufmachen. Die Jungs genießen unsere Aufmerksamkeit und zeigen uns stolz ihre Kunststücke. Steffi stockt der Atem, als sie von unserer Terrassenmauer aus ins Meer springen. Ungefährlich geht anders!   

spielende jungs
walhai

 

Apropos ungefährlich: In einem Nachbarort unserer Unterkunft kann man zusammen mit einem Walhai schnorcheln. Das können wir uns nicht entgehen lassen. Nach einer kurzen Einweisung, wie wir uns in der Nähe der sanften Riesenfische zu verhalten haben, steigen wir in ein kleines Paddelboot und fahren aufs offene Meer hinaus. Schon schwimmt ein Walhai direkt auf uns zu, sofort bekommen wir das Zeichen, ins Wasser zu gehen. Gesagt, getan.

Wir springen ins kühle Nass und vergessen die Welt um uns herum. Es ist ein wahnsinniges Gefühl als ich in nächster Nähe zu dem Giganten meine Augen öffne. Einfach unbeschreiblich. Wir schnorcheln das erste Mal in unserem Leben – und das zusammen mit dem größten Fisch der Welt.

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