Marco der Taucher

Koh Tao

Auf Koh Tao abgetaucht

Keine Sorge, wir sind nicht etwa verschollen oder planen, in Thailand unterzutauchen. So verlockend dieser Gedanke auch ist – für dieses Mal belassen wir es beim tatsächlichen Tauchen. Den Plan, auf einer der thailändischen Inseln unter Wasser zu gehen, haben wir schon zuhause in Deutschland gefasst und den Open-Water-Tauchschein erworben. Allerdings fanden die Freiwasser-Tauchgänge damals im heimischen, ziemlich trüben See statt, deshalb sind wir mehr als gespannt auf unsere ersten Erfahrungen im Meer – und dann gleich hier, im glasklaren Wasser von Koh Tao!

Um die nächste Stufe der Tauchfertigkeiten zu erklimmen, den „Advanced Diver“, müssen wir aber erst einmal den passenden Dive Master finden. Und da sind wir ehrlich gesagt wählerisch, denn schließlich legt man letzten Endes sein Leben in die Hände einer fremden Person. Also ist uns unsere Zeit auf der Insel auch nicht zu schade, um etliche Tauchschulen auf der Suche nach der richtigen abzuklappern. Wir haben nicht mitgezählt, aber es sind bestimmt zehn oder elf. Bei einer kleinen spanischen Tauchschule namens Pura Vida und dem Tauchlehrer Pablo haben wir von der ersten Sekunde an ein gutes Gefühl und legen uns fest: Zwei Fun Dives und der Advanced-Diver-Schein sollen es sein.

 

Logistische Meisterleistung

Noch am selben Tag geht es los. Der ganze Stolz der Tauchschule Pura Vida, ein ehemaliges Fischerboot, wird uns zu den schönsten Spots bringen. Die Frage ist nur zunächst einmal: Wie sollen wir überhaupt auf das Boot gelangen? Der kleine blaue Kahn hat nämlich keinen Anlegeplatz am Pier bekommen und sozusagen in zweiter Reihe geparkt. Da gibt es nur einen Weg: Wir müssen über das davor liegende Boot klettern. Das Ganze ist eine ziemlich wackelige Angelegenheit und die Anweisungen, die uns Pablo & Co. im Eifer des Gefechts auf Spanisch erteilen, lassen uns lediglich ratlose Blicke austauschen. Letzten Endes schaffen wir es aber trockenen Fußes – nicht zuletzt dank der Tauchlehrer, die uns die Arbeit abnehmen, die Ausrüstung in waghalsigen Manövern von Boot zu Boot zu schaffen.

 

Koh Tao Beladung Tauchschiff
Koh Tao Tauchschiff

 

Kurz darauf steht gleich die nächste unerwartete Herausforderung an. Die gesamte Ausrüstung bei Seegang anzulegen, ist gar nicht so leicht. Als wir uns wenig später das erste Mal ins warme, klare Wasser fallen lassen, klopfen unsere Herzen vor Aufregung und Freude. Die Anspannung verfliegt allerdings schnell, denn wir schweben vorbei an bunten Fischen, Korallen und breiten Sandbänken, es ist einfach nur herrlich. Pablo erinnert uns zum Glück rechtzeitig ans Auftauchen, denn unter Wasser vergisst man alles um sich herum.

 

Der bekannteste Strand von Koh Tao

Nach der Tauchexkursion haben wir uns ein bisschen Relaxen am Strand redlich verdient. Sairee Beach ist der bekannteste Strand von Koh Tao, also suchen wir uns dort ein schönes Plätzchen. Dabei kommen wir an einer imposanten Statue vorbei. Der bronzene Mann steht auf einem Sockel und schaut auf Meer hinaus – wer will es ihm auch verdenken? Wer der Dargestellte ist, können wir nicht in Erfahrung bringen, aber dass die Statue von den Inselbewohnern verehrt wird, verrät uns ein Einheimischer.

Koh Tao Statue Sairee Strand
Koh Tao Sairee Beach

Obwohl die meisten Abschnitte von Sairee Beach nicht öffentlich sind, finden wir dennoch eine geeignete Stelle, um unsere Beine für eine Weile von uns zu strecken. Dieselbe Idee hatte offenbar Bony, ein Spanier, den wir aus der Tauchschule kennen. Er breitet ebenfalls sein Handtuch im feinen Sand aus und wir kommen ins Gespräch. Bony ist Aussteiger auf Zeit und schon seit zehn Monaten unterwegs. Anders als wir hat er beschlossen, nicht mehr in seine Heimat zurückzukehren. Seine weiteren Pläne sind allerdings noch ziemlich unkonkret und gleichzeitig mutig: Irgendwann und irgendwo auf der Welt möchte er in Zukunft als Dive Master arbeiten. Und das, obwohl er bis zu seinem Aufenthalt auf Koh Tao noch nie getaucht ist. Ein verrückter Kerl!

Trubel und ein Tempel der Ruhe

Am Abend streifen wir dann auch gemeinsam durch die Mae Hat, eine quirlige Straße, in der jede Menge Bars und Restaurants angesiedelt sind. Bei frischem Fisch und leckeren Cocktails lassen sich die Erfahrungen des Tages wunderbar austauschen. Wir kannten die Straße bislang nur im Tageslicht und mussten darüber schmunzeln, dass sich hier unzählige Tauchschüler tummeln, die konzentriert über ihren Kursunterlagen sitzen. Koh Tao ist eben ein Tauchparadies. Bei dieser Gelegenheit fällt uns auf, wie viel schöner das Vertiefen in ein Buch doch ist als die permanente Beschäftigung mit dem Handy. Für uns ist das ständige Erreichbarsein auf unserer Reise ohnehin in weite Ferne gerückt und wir nehmen uns fest vor, das in der Heimat so gut wie möglich beizubehalten.

 

Koh Tao Mae Hat
Koh Tao Mae Hat Tempel

Als wir am nächsten Tag zum Mittagessen auf die Mae Hat zurückkehren, entdecken wir anschließend einen Tempel im Norden der Straße. Der Trubel des Viertels ist zwar auch hier zu spüren, aber vor einem Schrein meditiert ein Mönch unbeeindruckt von allen Nebengeräuschen. So regungslos und friedlich wie er dort sitzt, strahlt er eine unglaubliche Ruhe aus. Wir setzen uns auf eine kleine Bank im Schatten und genießen noch für eine Weile diese Oase der Entspannung unter goldenen Dächern.

Tauchschein gemacht – superstolz!

Mindestens ebenso genießen wir übrigens unsere weiteren fünf Tauchgänge auf dem Weg zum Advanced Diver. Der Sprung vom Boot ins Meer ist jedes Mal ein Wahnsinnsgefühl. Und am Ende sind wir stolz wie Bolle, als wir den Schein in der Tasche haben. Zur Erinnerung gibt es ein Hang-Loose-Daumen-Hoch-Foto mit Pablo. Es hat sich wirklich gelohnt, bei der Wahl der Tauchschule auf unser Bauchgefühl zu hören. Gelohnt hat sich auch unser Abstecher nach Koh Tao. Mit einem neuen Tauchschein und tollen Eindrücken im Gepäck freuen wir uns auf die nächste Station unserer Reise: Bangkok.

Steffi und Marco mit ihrem Surflehrer Pablo

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