Chinatown in Bangkok

Bangkok - Transportable Popstars

Um es mit den Worten von Howard Carpendale zu sagen: Hello again! Wir waren vor ein paar Jahren schon einmal in Bangkok und freuen uns darauf, uns diesmal nicht aufs Sightseeing zu beschränken, sondern einfach treiben zu lassen. Nach der Zeit auf den thailändischen Inseln erwartet uns bei der Ankunft in Bangkok so etwas wie ein Kulturschock innerhalb des Landes. Vorbei die Ruhe, vorbei die Entspannung, jetzt sind wir mittendrin in der pulsierenden Hauptstadt.

Am ersten Abend betreten wir zunächst mit der Khaosan Road vertrautes Terrain. Die Straße im Herzen von Bangkok war bis vor einigen Jahren prall gefüllt mit allem, was das Backpackerherz begehrte: kleine Shops, Kneipen, Restaurants und günstige Hostels. Inzwischen mausert sich die Khao San zu einem gehobenen Viertel, Nachtschwärmer zieht sie aber immer noch magisch an. Vor einem Lkw, aus dem Musik schallt, hat sich eine kleine Menschentraube versammelt. Das macht uns neugierig. Als wir nähertreten, offenbart sich die kuriose Szene: Eine Band spielt gerade einen Gig auf der Ladefläche, allerdings hinter Glas, und im Inneren scheint es klimatisiert zu sein. Ein junges Mädchen schießt unentwegt Fotos und kann uns erwartungsgemäß aufklären: Vor uns steht die in Thailand recht populäre Band „Musketeers“ und spielt einen Promo-Auftritt für ihre neue Tour. Wir verstehen zwar keinen einzigen Schnipsel ihrer Texte, aber die Musik ist laut und temporeich und reißt uns trotzdem mit.

Bangkok Band auf Khaosan Road
Marco&Steffi vor Shopping Center

Shopping-Wahn mit Nationalmannschaft

Am nächsten Morgen wird erst einmal ausgeschlafen, schließlich sind wir im Urlaub. Anschließend wagen wir uns unerschrocken ins MBK, das größte Shoppingcenter Bangkoks. Höchste Zeit, ein Paket mit Kleidung und Andenken in die Heimat zu schicken, welche wir auf der bisherigen Reiseroute erworben haben. Und da wird ganz sicher noch etwas Luft für schöne Dinge aus dem MBK sein. Als wir uns nach mehreren Stunden Shopping-Wahnsinn wieder in Richtung Bushaltestelle aufmachen, fragt uns ein junger Mann, wo der Bus in Richtung Chinatown abfährt – wohl gemerkt ohne zu wissen, dass wir aus Deutschland kommen.

 

Und dennoch treffsicher, denn Mikael – so sein Name -  trägt ein Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Gut, der vierte Stern fehlt zwar, aber was nicht ist, kann ja bekanntlich noch werden. Da wir das gleiche Ziel haben, steigen wir gemeinsam mit ihm und seiner Familie in den Bus ein und können unsere begonnen Fußball-Fachsimpeleien fortführen. Dann stellt sich auch noch heraus, dass die vierköpfige Familie ebenfalls auf Reisen ist und zur gleichen Zeit wie wir in Siem Reap, Kambodscha, sein wird. Spontan verabreden wir uns dort zu einem Abendessen.

Mikael und seine Familie
Marco&Steffi in Chinatown

Ein willkommenes Placebo

Für den Abend haben wir uns vorgenommen, Chinatown näher zu erkunden. Das haben wir beim letzten Mal nicht mehr geschafft. Und wir werden nicht enttäuscht. Beim Bummeln durch das bunte, muntere Viertel schweben uns gefühlt tausend verschiedene Düfte in die Nasen, und an jeder Ecke werfen uns die Straßenverkäufer ein gewinnendes Lächeln entgegen. Das Schöne ist: Sie strahlen selbst dann, wenn wir nichts kaufen. An einem kleinen aus Holz geschnitzten Glücksbringer kann ich dann aber doch nicht vorbeigehen. Angeblich soll er Reisende beschützen. Ob das wirklich seine Bedeutung ist oder nur ein Touristen-Gag, werden wir vermutlich nie erfahren, aber auch als Placebo ist er uns willkommen.

 

In einem Lebensmittelladen kommen wir mit zwei netten älteren Herrschaften ins Gespräch und verquatschen uns derart, dass wir unseren letzten Bus zur Unterkunft verpassen. Prompt bietet einer von ihnen uns an, uns zurückzufahren. Das nehmen wir natürlich dankend an. Auf diese Weise kommen wir nicht nur in den Genuss einer kostenlosen Stadtrundfahrt, sondern erfahren auch noch, wo es die beste Thai-Massage gibt. Psst, wird nicht verraten!

Chinatown Streetfood
Fähre in Bangkok

Passt auf Eure Finger auf!

Eines können wir euch über Bangkok ganz sicher sagen: Der Weg ist hier oft das Ziel. Als wir tags darauf einen Tempel ansteuern, der uns als Geheimtipp empfohlen wurde, entscheiden wir uns dafür, ein Stück mit der Fähre entlang des Mae Nam Chao Phraya River zu fahren. Das geht oft schneller als per Bus in den verstopften Straßen. Bemerkenswerte ist die Anlegetechnik der Bootsführer: kurzes Pfeifen eines Matrosen, hart Steuerbord des Kapitäns, das Tau noch während der Fahrt am Kai befestigen und sich davon bremsen lassen. Kaum vorstellbar, dass sich hier noch niemand die Finger geklemmt hat. Wir denken besser nicht darüber nach. Beim Ablegen ein ähnliches Schauspiel: wieder ein Pfiff, das Tau gelöst und sofort volle Fahrt voraus.

Let`s Move

Als wir von Bord gehen, müssen wir zunächst einen Park durchqueren und werden plötzlich ein zweites Mal von lauter Musik angelockt. Diesmal kommt sie allerdings vom Band, und zu dieser Musik vollführt eine Gruppe bunt zusammengewürfelter Thailänderinnen Zumba-Schritte. Das Ganze wirkt derart fröhlich und rhythmisch, dass Steffi sich spontan anschließt und ein paar Bewegungen mitmacht. Für das erste Mal gar nicht schlecht!

Steffi beim Zumba
Junge auf Roller winkt

 

Als wir auf eine große Kreuzung treffen und nur per Überführung auf die andere Seite gelangen können, staunen wir wie so oft nicht schlecht, wie stark die Einheimischen ihre Motorroller und Mofas beladen. Manchmal sitzt eine fünfköpfige Familie auf einem einzigen Gefährt. Wir zücken unsere Kamera, und als uns ein kleiner Junge bemerkt, winkt er uns sofort, strahlt über das ganze Gesicht und beschert uns so unser Lieblingsfoto aus Bangkok. Süß, oder?

Hier waren wir goldrichtig

Was den Tempel betrifft, so war der Tipp sprichwörtlich Gold wert. Im Inneren des Wat Traimit Wittayaram Worawihan, zu Deutsch Tempel des goldenen Buddhas, wartet eine mit fünfeinhalb Tonnen Gold bestückte Buddha-Statue auf uns. Außerdem sind tatsächlich kaum Touristen vor Ort, sodass wir hier eine echte Ruheoase vorfinden. Man mag es kaum glauben, aber auch das gibt es in Bangkok. Und jetzt, ganz zum Schluss, können wir es ja auch zugeben: Mit Bangkok verbindet uns eher eine Liebe auf den zweiten Blick.

Goldener Tempel Bangkok

Bangkok entdecken

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